Manchmal ist es ja doch ganz gut mal aufzuräumen. So danke ich Sepalot, dass er es in seinem(?) Studio getan hat. Hinter DAT-Bändern und SP1200-Disketten hat er sein Mixtape vol.4 wieder entdeckt, sogleich abgestaubt und digitalisiert. GEIL!
Da Sepalot für mich schon immer einer der besten Mixtape-DJs war die ich je gehört habe, kann ich hier nur das Intro aus diesem Mix zitieren: “He’s number one, he’s the turntable-king!”
HipHop, ob deutsch, englisch oder in sonst welcher Sprache, Sepalot verbindet ihn mit Soul und Funk wie kein anderer. Seine Mixtapes sind Geschichten hergestellt aus Handarbeit, Vinyl, zwei Plattenspieleren, einem Mixer und einer ganzen Menge Skills und Kreativität.
Nicht mehr ganz neu, und als Vinyl schon lange vergriffen (limitiert auf 300 Stück): Das dritte Release innerhalb eines Jahres der Londoner Obba Supa, genannt “Audio Alchemy“.
Veröffentlichung war der 10. September 2010.
“Using natural elements pure metals and alloys to heal build and strengthen life is a byproduct of the main pursuit of alchemy, the search for the purest form of existence. This process of thought applied to sound, being sampled, live, wood, brass, improvised and written alongside the voice and lyric of truth and spirit form audio alchemy.” – projectmooncircle.com
Exprerimenteller HipHop mit teilweise typisch englischen Glitch-Dupstep Einflüssen der doch sehr organisch und gediegen daherkommt.
Kennt jemand Künstler die vergleichbar sind mit Obba Supa? Mir fallen spontan keine ein…
Mit dabei ist mal wieder die amerikanisch-nigerianisch-englische Sängerin Shuanise, sowie der tschechische Instrumentalist Radimo (ersetzt eine ganze Bläser-Sektion, fast).
Die beiden Lieder “Too Far Gone Bad” und “Breaks On Faces” sind NOCH auf Vinyl zu haben. Wieder streng limitiert auf 300 Exemplare kann man sich die 7″ momentan noch beim HHV bestellen.
“Audio Alchemy” gibt´s auch als digitalen Download, auf Bandcamp.
Die beiden holländischen DJs Manga und Full Crate legen jeden ersten Freitag im Monat im Bitterzoet in Amsterdam auf – genannt haben die beiden den Event “The Gardens“.
Der neuste dort entstandene Mix heisst “November Niceness” und steht für Beats mit viel viel Seele.
Was macht man mit Musik, die zu keiner bisher existierenden Plattform passt, sich mit keinem Label identifizieren kann? Was kann das überhaupt für Musik sein? Sowas gibt’s doch gar nicht… Spinner!
Und doch. So etwas gibt es und eine Plattform gibt es nun auch: postrap
“Postrap ist ein Kollektiv für die Zeit nach der digitalen Revolution, nach der strikten Trennung von Musiker und Konsument und nach der Aufhebung von Genregrenzen.”
Das Kollektiv, momentan bestehend aus:
azabeats, Blank, DAS FEST, epilog, Misanthrop, smokey131 und son kas.
“Unser Anspruch ist es, das kreative und soziale Potential von Künstler und Hörer miteinander zu vernetzen, um gemeinsam eine künstlerische Alternative, sowie eine neue Form der Gemeinschaft zu schaffen, die sich selber ihre Werte und Regeln gibt.”
Musik, HipHop-Musik, Rap-Musik. Und ich sage bewusst “Musik”. Komplexe, geistreiche Texte die für den Hörer oft sehr kompliziert sind, regen zum Nachdenken, und gerade wegen der vergleichsweise Schwere zum erneuten und erneuten Wiederhören an.
“Musik muss frei sein von sich wiederholenden ästhetischen Mustern und Kosumentendenken, frei von einer uniformierten Gesellschaft, um unabhängig zu denken und zu fühlen, zu leben und zu träumen.
Rapmusik hat die persönliche Welt eines jeden von uns auf unterschiedlichste Art und Weise verändert. Sei es als lyrische und musikalische Ausdrucksform, oder als Inspirationsquelle aus einem der vielfältigen von Hip Hop geprägten Stilen.”
Teilweise zerstörende Drums, melodramatische Melodien, klitzekleine Details zum Entdecken. Gediegen programmierte (eingespielte) Schlagzeuge und Rhythmen mit eigentlich immer passenden Bassläufen, synthetische Klänge und analoge Töne und Instrumente. Das alles ist postrap. Abwechslungsreich, nie langweilig, Gedanken, und Erfahrungen aus der Vergangenheit, immer einen Schritt voraus und doch fest in der Gegenwart verankert.
“Wir wollen Rap nicht verändern, sondern ihn mit dem nötigen Selbstbewusstsein ins Erwachsensein überführen und gemeinsam mit ihm alt werden.”
SoulBrigada – wurde 2009 initiiert und wollte das kulturelle Spektrum an Veranstaltungen im süddeutschen Raum (respektive Bodensee / Oberschwaben) & Vorarlberg bereichern. Ob das geklappt hat kann ich leider nicht sagen, da mir die Informationen fehlen, es wäre allerdings schön, wenn es hingehauen hätte.
Am 24. September jedenfalls haben sie in einem Blogeintrag den November 2010 Mix vorgestellt – Breakz Vol. 3
Follow us on this 26-track / 66-Minute Mixtape through the world of funky & soulful Beats and Breaks! We also drop some Latin Cuts to cheer you up in consideration of approaching winter. – SoulBrigada
Bah, Garageband… naja, die Trackliste, respektive Musik, in diesem Mix ist so gut, dass ich die lausige-Software-Mix-Tatsache leider mal ignorieren muss. Knoxious aus London hat Swing Hopgemischt mischen lassen. Herausgekommen ist “Non Stop Swing Hop“:
So Electro Swing’s been done a few times over now, right?…but there’s a lovely undercurrent of SwingHop that’s been left untouched. – Knoxious
Und da muss ich ihm Recht geben. Diese ganze Electro-Swing Neo-Swing WasAuchImmer-Swing Kacke die momentan aus allen Lautsprechern tönt und in Blogs so gefeiert wird geht mir ziemlich auf den SACK. Leute sperrt mal die Ohren auf! Das ist weder “electro” noch “neo” noch “WasAuchImmer” und “swingen” tut es schon gar nicht! House ist das… nichts weiter als House. BAH!
Naja, hier die Trackliste zu Knoxious’ns Mix:
You’re a Dreamer – Rumblejazz
The Witching Hour – Odjbox
Captain Nemo – Odjbox
Blipper – MumboJumbo
Sepia Sky – Odkbox
Bei mir bist Du schön (Dub) – Waldeck
Lime Juice – Unkle Ho
Ebony – Odjbox
Say Yes (Feat A.S.M) – Wax Tailor
UHT Jazz Club – U.H.T.
Talkin’ Nigga Brotherz – Bibi Tanga & Le Professeur Inlassable
Was passiert eigentlich so Rap-technisch in Frankfurt am Main? Ehrlich gesagt bekomme ich da gar nicht so viel mit, obwohl es nicht wirklich weit entfernt ist. Man sagte mir Sunny Bizness macht dort grade ziemlichen Wind. Nach eigenen Aussagen haben er und seine drei Band-KollegenInnen Bagdad, Nea und Tareq von Bazaar jedenfalls ein klares Ziel vor Augen:
“Eines Tages auf Alben zu schauen, die deutschsprachigen Rap und R’n’B auf ein neues Level befördern und die unterschiedlichsten Menschen mit ihrer Musik vereinen.”
Ob das mit dem im Herbst erscheinenden neuen Mixtape “Rapmusik” dann auch so klappt ist, in meinen Augen und Ohren, allerdings mehr als fraglich…
Einen ersten Vorgeschmack liefert das Lied “Wer?“, welches am 27. September Videopremiere hatte:
Warum bloggt der Kerl denn hier Kram den er eigentlich gar nicht gut findet?
Diese Frage kann ich ziemlich einfach beantworten: Freundschaft!
Der hier mittlerweile mitbloggende djc hat mal letztens zu mir gesagt:
“Gegenseitige Unterstützung ist das A und O.” (frei)
Und so möchte ich an dieser Stelle Malaria Films, die das Video gedreht haben, eine gute Zukunft wünschen. Wer bei “Wer?” am Anfang aufgepasst hat, wird das Logo gesehen haben.
In dieser neu gegründeten Firma hängt ein guter Freund von mir mit drin. That´s it!
Wo immer ihr den Namen Malaria Films seht, unterstützt ihn… Stipe a.k.a. DJ Funkle B. Bling ist einer der Besten!
So, und wem jetzt die Musik von Sunny Bizness gefallen hat, der sollte in die ältere Produktion “Besser als dein Album” reinhören:
Der aus Los Angeles stammende 2Mex haut demnächst sein neues Album “My Fanbase Will Destroy You” über Sage Francis´ Label Strange Famous Records raus.
Allerdings kommt 2Mex nicht alleine, er featured unteranderem Maney Wilson, Prince Po, Murs, Deeskee, Nobody, Riddlore?, Ellay Khule und noch einige andere.
Produziert werden die Beats von ebenso großartigen Leuten, mit dabei sind z.B. mein so verehrter Ceschi oder auch Busdriver.
Die erste Single (feat. Maney Wilson) “Dead Hand Control” gibt´s als kostenlosen Download:
Wer einen kleinen Überblick über 2Mex´ens bisherigen Erschaffungen haben möchte, dem lege ich “Factor’s 2Mex Megamix” an´s Herz. Factor (Fake Four Inc.) hat 17 Minuten Musik gemixt die sehr, sehr gut in´s Ohr gehen, alles 2Mex Tracks.
Es gibt einfach manchmal nichts besseres als `nen Beat zu bauen, ein Mic in die Hand zu nehmen und es einfach fließen zu lassen. Was ihr da hört ist kein neues Album Material oder sowas. ALSO! Zieht euch das Ding rein, zieht es euch runter oder zieht euch einfach was bequemes an und zieht in die große weite Welt hinaus. Bitteschön! – ROGER
Das Endprodukt klingt irgendwie “gedrückt” und macht mir beim Hören manchmal Probleme, so wie falsch eingestellte Kompressoren… dennoch gefällt mir das Stück insgesamt weit mehr als das komplette neuste Album vom Topf selbst. Weiter so Roger.